Donnerstag, 23. Mai 2013

Die Sache mit dem Geld verdienen



Der eben gehörte Radio-Beitrag ist der Auslöser, von meinem Kinderlieblingsbuch/büchern zu schreiben. 
Michel fand ich schon immer total klasse! Meine beiden Bücher waren so zerfleddert, dass ich sie vor ein paar Jahren zu einer Buchbinderin brachte.



Da ich gerade das Gefühl habe, es drehe sich alles um Dänemark, fällt mir natürlich die Stelle ein, an der Frau Petrell Michels Vater fragt, warum er denn den Dannebrog gehisst habe. (Na, allen klar wer der Dannebrog ist?)

Beim letzten Vorlesen (und das ist auch bestimmt schon wieder zwei Jahre her), bin ich über diese herrliche Stelle gestolpert und die ist meine derzeitige Lieblingsstelle: 
Die Suppenschüssel in der Michel steckte, hatte vier Kronen gekostet. Da wäre es besser zum Doktor nach Mariannelund zu fahren. „Er wird sie schon abmachen können. Sicher nimmt er nur drei Kronen, und wir haben auf diese Weise eine Krone verdient“, sagt der Vater. Michels Mutter fand diesen Einfall gut. Schließlich kann man nicht jeden Tag so leicht eine Korne verdienen. Wenn man bedenkt, wie viel Hübsches man dafür kaufen konnte... .

Bei dem Doktor verbeugt sich Michel zum Gruß so tief er konnte. Da krachte es und die Suppenschüssel war in zwei Teile zersprungen. Denn Michel hatte seinen Kopf so hart auf den Schreibtisch des Doktors geschlagen. „Da sind vier Kronen in Scherben gegangen“, sagte Michels Vater leise zur Mutter. Doch der Doktor hörte es.
„Ja, aber sie haben trotzdem eine Krone verdient“, sagte er. „Denn ich pflege fünf Kronen dafür zu bekommen, wenn ich kleine Jungen aus Suppenschüsseln heraushole.“ Da war Michels Vater froh.
Als sie auf die Straße kamen, sagte die Mutter: „Wie schön, jetzt haben wir eine Krone verdient! Was wollen wir dafür kaufen?“ Der Vater wollte das verdiente Geld lieber sparen, schenkte aber Michel fünf Öre für sein Sparschwein, die er auf dem Heimweg verschluckte. Nach der Mutter sollte es nun wieder zurück nach Mariannelund zum Dokotor gehen. „So, du kannst aber rechnen“, sagte der Vater. „Sollen wir dem Doktor fünf Kronen bezahlen, um ein Fünförestück zurückzubekommen? Was hattest du für ein Zeugnis im Rechnen, als du zu Schule gingst?“ Aus Angst um Michel wurde aber doch wieder zum Doktor gefahren.
Der wunderbare Doktor, er fand eine Operation nicht nötig, das Fünförestück würde in wenigen Tagen wieder erscheinen, Michel solle einfach noch fünf Brötchen essen, „dann hat dein Fünförestück etwas Gesellschaft und kann dich nicht im Magen kratzen“ und bezahlt nahm er auch nichts.
Michels Vater war zufrieden... . „Wir haben ja trotzdem an diesem Tag sehr viel Geld verdient“, sagte er und kaufte ohne weiteres für fünf Öre Zuckerstangen für die kleine Ida zu Hause.


Diese famose Logik ist mir als Kind nicht aufgefallen!

Herzlichen Glückwunsch Michel, du schwedischer Emil!

Kommentare:

  1. Hallo Uta,

    ich mußte herzlich lachen, als ich heute mittag diesen Beitrag gelesen habe. Ja, die Logik kann man erst als Erwachsener so richtig nachvollziehen. Aber schön, wenn man sich so das Leben schön rechnen kann ;-)

    Weil ich deinen Blog so interessant finde und ich deine Fensteridee sehr mag, habe ich dich ausgewählt für die Auszeichnung mit dem 'Best Blog Award'! Herzlichen Glückwunsch! Auf meinem Blog kannst du die Details nachlesen http://ilmondodiselezione.blogspot.de/2013/05/juhu-ich-wurde-ausgezeichnet-mit-dem.html

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du die Auszeichnung und die damit verbundenen 'Pflichten' annimmst.

    Herzliche Grüße, Claudia

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  2. Der Michel in der Suppenschüssel ist hier auch der Favorit. Der Höhepunkt unserer Michelliebe war der Besuch in "Astrid Lindgren Welt" letztes Jahr in Vimmerby und dort die gespielte Version auf schwedisch.

    Liebe Grüße
    Petronella

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  3. ach vielen Dank, so ein schöner Post! Hat mir an meine Kindheit erinnert!

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