Mittwoch, 3. Februar 2016

Grünflächenpatenschaft in Aachen


Bei uns an der Ecke ist, wie an vielen Straßenecken in der Stadt, eine Grünfläche, die bis vor kurzem vor sich hin vegetierte. Das Gestrüpp sammelte leere Jägermeisterflaschen und Betonfußteile von einem entfernten Straßenschild.
Da hatten es andere Grünflächen besser, um die kümmerten sich Paten, wie man aus den aufgestellten Schildern schließen konnte.


Doch wie funktioniert eine solche Patenschaft? Die Internetseite der Stadt Aachen ist für Informationen nicht sehr hilfreich. Dort ist unter anderen die Rede von der Pflege einer Baumscheibe (eine abgesägte Scheibe vom Baumstamm?) und es werden eine sehr umfangreiche Zuständigkeiten aufgezählt. Auch das städtische Callcenter hat keinen Überblick.



Mit einer E-Mail erreichte ich entsprechende Ansprechpartnerin und ganz schnell war mir die Patenschaft unserer Ecke übergetragen. Alles easy, der Pate kümmert sich in Zukunft um die Grünfläche, als wäre es der eigene Garten. 
Frau Grünflächenpflege sorgte für die schnelle Umsetzung, die sehr radikal ausfiel. Die Stadt entfernte alles bis auf den großen, Jahre alten Baum und hinterließ dafür ein Schild: Für diese Grünfläche haben Bürger eine Patenschaft übernommen. So wurde also im Handumdrehen aus der Ecke eine Hundetoilette geschaffen.


Nach den Herbstferien habe ich die Hundetoilette in eine Spießerecke umgewandelt. Während ich Hunderte von Blumenzwiebeln in den Boden versenkte, verwickelte ich mich in ganz viele Nachbarschaftsgespräche, die Zeit verging wie im Fluge. Und am Ende musste ich den Rollrasen, der seit morgens in meinem Auto wartete, am späten Abend verlegen.

Für die Hundehaufenbeseitigung habe ich ein Tütenspenderhäuschen aufgestellt. Erstaunlicherweise sind die Tüten immer sehr schnell aufgebraucht, aber dafür sind nur noch ganz, ganz selten Hundehaufen auf dem Grün.

Nun forderten mich nur noch die Autoparklegastheniker heraus. Einmal über die Spießerecke abgekürzt parken und schon wachsen da demnächst keine Blumen mehr? Ha, an der Ecke stehen nun in Mützen eingemummelt Zaunpfähle!



Notiz an mich: Sollte es mir langweilig sein und ich mich einsam fühlen, muss ich nur mit einer Schaufel zur Grünfläche an die Ecke!

1 Kommentar:

  1. Hallo Uta,
    das ist ja eine tolle Aktion. Hier auf'm Land hat jeder seinen Vorgarten. Zusätzlichen Grünflächen gibt es nicht (wäre hier auch unnötig). Die städtischen Grüninseln sind ja doch meistens echt fad. Toll, dass du nun eine Ecke "aufpimpst". Hoffe, die Blumenzwiebeln sprießen bald (in meinem Vorgarten fangen die Krokusse bald zu blühen an und die Osterglocken sind um die 25 cm hoch - ein bisschen früh dran sind die) und freue mich auf viele kreative Ideen von dir.
    Liebe Grüße, Katharina von 4Freizeiten

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